MALEREI


Mich interessieren Menschen und das, was sie verbindet. Nicht das Individuelle, das Einzigartige möchte ich in meinen Bildern zum Ausdruck bringen, sondern das, was wir Menschen gemeinsam haben. Natürlich ist jeder von uns einzigartig. Sind wir aber nicht alle Herdentiere? Ist nicht das, was uns verbindet die Sehnsucht nach Selbsterfüllung, Erfolg, Freundschaft und Frieden? Kurz gesagt: streben wir nicht alle nach dem Glück? Die Wege dahin sind unterschiedlich.

Die kulturübergreifenden, religiösen Lebensformen und Rituale spielen für mich eine sehr wichtige Rolle. Die Sichtweisen der buddhistischen Lehre, z.B. die, dass unser Glück notwendigerweise durch dasjenige des anderen bedingt ist, dass Mensch und Natur nicht trennbar sind und dass Alles auf Alles wirkt, bestimmt meine Arbeit. Das sich gegenseitig Bedingende bedeutet auch durchlässig zu sein, und gleichzeitig zeigt es das Vergängliche, das in Allem ist.

Deswegen male ich häufig durchscheinende Menschen oder habe die Vorliebe, Menschen in Gruppen zu malen, die in der Natur aufgehen. Der Einzelne geht in Größerem auf. Ich sehe meine Bilder ein wenig als Entwürfe von Gegenwelten. Sie sollen keine Idyllen darstellen, die Welt ist nun mal nicht idyllisch, so wie sie ist. Mir ist es aber wichtig, Aspekte der Menschen zu zeigen, die nichts mit stumpfer Funktionalität und übertriebener Individualität und Egoismus zu tun haben, sondern Verbundenheit und Spiritualität symbolisieren. Das möchte ich mit meiner Malerei auszudrücken.

 

LAURA LECHNER
TEXT
STATEMENT